Veränderungen

Hey hey liebe Pipeline-Crew. Mischa hier.

Ich habe einen Moment überlegt, wie ich das am besten kommuniziere, damit es für alle zeitnah zugänglich ist. Im Endeffekt fand ich einen Blogbeitrag auf der Website am sinnvollsten. Daher hier mal seit langem wieder ein Blogbeitrag. Der wird etwas länger. Wer also nur die wichtigste Info braucht, kann nach dem nächsten Abschnitt aufhören zu lesen. Wen der Hintergrund interessiert, kann weiterlesen ;).

Mir fällt es extrem schwer, aber ich werde die Pipeline Ende 2022 zur Winterpause als Leiter verlassen. 

Ihr wisst, dass ich an dem Laden klebe wie Kaugummi, deswegen hat diese Sache natürlich verschiedene Gründe. Ich habe den Job in 2016 wegen meiner Liebe zur Offenen Jugendarbeit trotz meiner weiten Pendelstrecke und verschiedenen anderen Hindernissen angenommen. Ich hab einfach das Potential der Einrichtung gesehen und wollte sehen, was so machbar ist. Und dann hat das große Abenteuer angefangen. Ich war ja am Anfang noch nicht lange aus der Uni raus und bin direkt in die Leitung eingestiegen. Die erste lange Strecke mit Johanna als Kollegin, dann mit Nazja und jetzt mit Harry. Und mit unzähligen Ehrenamtlichen, Bundesfreiwilligendienstleistenden und PraktikantInnen. Und ich musste über die fast sieben Jahre extrem viel neues lernen. Da waren handwerkliche Skills, Aufgaben aus dem Rechnungswesen, Verwaltung, Steuererklärung für Vereine, Förderanträge, Gesprächsführung, Teamleitung, Seelsorge, Kommunikation mit den Ämtern, Politik, Eventmanagement, vermehrt in den letzten Jahren der ganze digitale Kram mit Cloud, Streaming, Discord, Website, etc. etc.

Währenddessen hab ich noch Theologie studiert und ein Häuschen gebaut…

Und wir haben extrem viel erreicht. Ich hatte das Gefühl, dass trotz dem, dass es immer wieder Gemaule und Stress untereinander gab, die Pipeline zu einem Stück Heimat für euch geworden ist. Einige von euch sind schließlich immer noch da ;). Ich hab einiges an tollen Erinnerungen an die Dinge, die wir da so gemacht haben. Spieleabende, Ausflüge zu Messen und in Parks, Lasertag, Übernachtungen, Grillen, Demos, Gespräche, Karaoke, Theater, Rollenspiel, Basketball, Streams, Podcasts, Gaming-Runden… Da ist so viel, dass ich das jetzt aus dem Kopf gar nicht vollständig aufzählen könnte. Und es hat einen riesen Spaß gemacht.

Aber für mich waren diese fast sieben Jahre auch ein ständiges Ankämpfen gegen Hindernisse. Ihr habt mitbekommen, was in der Pipeline alles so passiert ist. Wasserschäden, eingeschlagene Scheiben, gestohlene Gegenstände und Geld und die ständige Unsicherheit, weil wir uns nunmal tatsächlich (und ich weiß, das ist ein Running Gag unter euch) die ganze Zeit Sorgen machen mussten, dass das Geld nicht reicht. So einige der Pläne, die wir über die Jahre hatten, konnten einfach nicht verwirklicht werden, weil uns das Geld gefehlt hat. Und dazu musste ich mit meinem Gewissen vereinbaren, dass auch unser Personal dadurch einfach viel zu wenig dafür bekommt, was es leistet. Daher an dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an alle, die uns über die Jahre begleitet haben: Johanna, Nazja, Harry, Eckard, Ellen, die beiden Jules, Helene, Marcel, Rico, Natalie, Jenna, Amy, Kristin, Laura, Lea, Thomas, Anni, Elisa, Njomza, Ivana, Alessa, Friederike, Simon, Christin, Maike, Marvin, Silas, Sebastian, Sekariya und Carlos. Und das sind nur die, die direkt in der Pipeline gearbeitet haben. Diese Leute haben diese Arbeit nur deswegen gemacht, weil sie genau wie ich dran glauben, dass in der Pipeline extrem viel steckt, was nur ausgegraben werden muss und was euch unterstützen oder euer Leben bereichern könnte. Dabei hat natürlich nicht alles hingehauen. Menschen sind halt nicht perfekt. Aber da haben viele Leute ihre Zeit und Kraft frei verschenkt. Und das hat mir auch immer wieder die Kraft gegeben, weiterzumachen.

Aber gerade über die letzten Jahre sind meine Verpflichtungen, auch privat, nicht weniger geworden und ich merke immer mehr, wie ich das alles nicht mehr unter einen Deckel bekomme. Ich schaffe es unter den Umständen nicht mehr, so zu arbeiten, dass ich selbst damit zufrieden bin. Und mir fehlt ganz oft in letzter Zeit wegen der vielen Dinge, um die ich mich kümmern muss, die Kraft, um noch einmal richtig durchzustarten. Die Fahrtzeit nach Frankfurt und die späten Arbeitszeiten tragen da natürlich stark dazu bei. Also habe ich mich entschieden, wieder näher an meiner Heimat zu arbeiten. Ich werde im Januar im Vogelsbergkreis bei der evangelischen Landeskirche als Gemeindepädagoge anfangen.

Leicht ist mir das natürlich überhaupt nicht gefallen und es ist immer noch nicht einfach, den verräterischen Teammate zu spielen. Aber es hat sich bei mir einfach abgezeichnet, dass ich den Job nicht mehr ewig machen kann. Ihr seid größtenteils dem Jugendzentrum entwachsen und auf dem weiteren Lebensweg. Und gleichzeitig wurde mir die neue Stelle vermittelt. Für mich ist das an dem Punkt wahrscheinlich die richtige Entscheidung.

Die Pipeline werde ich bei ein paar Projekten als Vereinsmitglied noch ehrenamtlich unterstützen und dafür sorgen, dass die neue Leitung einen guten Start hat. Das heißt, dass ich nicht komplett raus bin. Aber die Leitung sollte an dieser Stelle jemand übernehmen, der da ganz unbelastet und frisch an die Sache rangehen kann und eventuell auch direkt aus der Region kommt und damit flexibler arbeiten kann, als das für mich möglich war.

Nun zu eventuellen Fragen, die aufkommen könnten:

Wer übernimmt die Leitung?
Aktuell haben wir noch niemanden für die Nachfolge gefunden. Harry wird mit dem Team den Übergang gestalten, aber die Leitungsstelle ist aktuell noch nicht besetzt.

Was ist mit dem Online-Treff und dem Streaming?
Das hängt stark davon ab, wie das neue Team sich dann entscheidet, wenn es sich gefunden hat. Es wird bei der Leitungsstelle nach jemandem gesucht, der/die medienpädagogische Vorkenntnisse hat. Allerdings ist das mit der Personalsuche nicht immer ein Wunschkonzert. Wenn sich da niemand findet, aber vielleicht jemand, der für den Offenen Treff ansonsten top geeignet ist, muss die Stelle trotzdem neu besetzt werden. Und die Leitung gibt die Richtung vor. Ich stehe gerne weiterhin hin und wieder für ein lockeres Ründchen zocken oder für einen Stream aus der Pipeline zur Verfügung, aber ob es regelmäßige Online-Öffnungszeiten geben wird, ist dann nicht mehr meine Entscheidung.

Was ist mit den Öffnungszeiten vor Ort?
Das hängt auch stark davon ab, wie schnell sich jemand findet, der meinen Platz einnimmt. Sollte sich vor Ende des Jahres noch jemand finden, kann es im nächsten Jahr wohl direkt weitergehen. Sollte das nicht so sein, müssen die Öffnungszeiten wahrscheinlich ein bisschen zurückgefahren werden.

Wird man mich nochmal sehen?
Wie gesagt: Ich habe geplant, hin und wieder projektmäßig noch ein paar Sachen für die Pipeline zu machen. Das muss ich natürlich mit meinen neuen Arbeitszeiten und meiner Family abstimmen. Daher kein Versprechen, dass das in einer größeren Regelmäßigkeit passieren wird. Aber ich werde schon hier und dort nochmal auftauchen ;).

Party?
Ich würde sehr gerne meinen Abschied mit euch in der Pipeline feiern. Da hab ich aber aktuell noch keinen Termin. Den werde ich zeitnah aber bekannt geben. Ich würde mich da auch freuen, wenn ich noch ein paar von unseren ehemaligen Mitarbeitenden sehen würde. Ich werde sie mal anschreiben ;).

Ich will jetzt noch gar nicht großartig die Verabschiedungsschiene fahren. Wir haben ja immer noch fast zwei Monate Zeit. Wenn ihr drüber quatschen wollt, meldet euch gerne bei mir. Ich werd ja noch eine Zeit lang regelmäßig in der Gegend sein ;).

Ich hoffe, ihr versteht meine Entscheidung.

Bis demnächst in Sachsenhausen,

Mischa

 

Corona-Virus (Covid-19)

Liebe Gäste, Mitarbeiter und Interessierte,

Wir haben in den letzten zwei Wochen unser Jugendzentrum frisch gestrichen und renoviert. Das war anstrengend und hat uns bis zum Schluss ziemlich viel abgefordert. Aber wir haben die Motivation im Endeffekt aufrecht erhalten können, obwohl wir genau eine Woche länger gebraucht haben, als wir eigentlich geplant hatten. Gefreut haben wir uns, am Montag wieder öffnen zu können, damit wir euch allen zeigen können, wie schön es jetzt bei uns aussieht. Wir wollten Lasertag spielen gehen und die Dienstzeit meiner Kollegin Johanna Schumacher, die uns bedauerlicherweise ab dem 19.03.2020 verlässt, mit möglichst vielen Leuten feiern und sie verabschieden. Diese möglichst vielen Leute sind aber genau jetzt das Problem. Das Corona-Virus ist nunmal da und auch wenn wir nicht der Meinung sind, dass das ein Grund zu größerer Panik ist, sehen wir, wie die Realität in den Ländern aussieht, in denen es sich schon weiter verbreitet hat. Die Gesundheitssysteme brechen zusammen und Ärzte müssen noch öfter als sonst Entscheidungen treffen, die über Leben und Tod entscheiden. Wir denken, dass wir als Gesellschaft gut beraten sind, solch eine schnelle Ausbreitung zu verhindern, damit die Erkrankten die volle Aufmerksamkeit und Ausstattung erhalten können, die sie benötigen.

Daher haben wir uns gemeinsam mit unseren Kollegen bei Kirche in Aktion entschieden, unsere Dienste für die nächste Zeit einzustellen. Das geplante Lasertag und die Abschiedsfeier fallen also erstmal aus und werden bei Gelegenheit nachgeholt. 

Wann wir wieder unsere Türen öffnen werden, kann momentan noch nicht gesagt werden. Wir können jedoch versprechen: Wir öffnen wieder, sobald es uns möglich ist. Wir werden die Lage weiterhin verfolgen und wenn sobald sich alles wieder entspannt, geben wir euch Bescheid. Dann geht es weiter.

Folgende Angebote laufen in dieser Zeit aber trotzdem weiter:

Beratung: Beratung zu allen üblichen Themen, wie Schule, Uni, Bewerbung, Persönliches, Familiäres, Wehwehchen usw. läuft weiter. Wir sind per Telefon erreichbar. Wenn irgendwas sein sollte, ruft uns einfach an.

Pen and Paper: Ich versuche, es irgendwie möglich zu machen, dass wir trotz Allem noch Pen & Paper spielen können. Vielleicht klappt das ja irgendwie, sich über Skype zu verbinden und online zu spielen. Ich melde mich direkt bei der Pen & Paper Gruppe, wenn ich einen Plan dazu gemacht habe.

Wir hoffen, dass sich alles bald wieder normalisiert und entschuldigen uns dafür, dass das alles so unpassend läuft. Aber wir können leider nichts daran ändern.
Es kann sein, dass ihr Johanna oder mich in den kommenden Tagen in der Pipeline seht. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir doch geöffnet haben. Wir werden noch ein bisschen räumen und vorbereiten und ein paar Altlasten abarbeiten. Das kann man dann in so einer Situation ganz gut machen.

Ich wünsche euch alles Gute. Bleibt gesund und munter. Wir sehen oder hören uns!

Mischa

 

Halbzeit!

Wir sind wieder Online!